Vitamin B12

Auch so ein wunderbares Phänomen. Leiden Vegetarier und Veganer wirklich automatisch an Vitamin B12-Mangel?

Wie viel Vitamin B12 brauche ich eigentlich und wo steckt es drin?

Ist es nicht erstaunlich, dass wir nur etwa drei millionstel Gramm Vitamin B12 pro Tag benötigen; sprich im Jahr nur ein tausendstel Gramm und im ganzen Leben so viel wie ein Reiskorn?

Ich finde, dass wir dafür ganz schön ein Fass aufmachen.

Es ist schon lustig, auf welche Theorien man stößt, wenn man sich als Veganer mit dem Thema Vitamin B12 auseinander setzt.

Die Hindus*, die 100 Millionen Landbewohner Indiens ernähren sich von je her komplett fleischfrei und natürlich milchfrei (da die Kuh ein heiliges Tier ist) und leiden nicht unter Vitamin B12 Mangel.

*Der Hinduismus basiert auf den über 5000 Jahre alten indischen Veda-Schriften. Im Hinduismus findet man die meisten religiös motivierten Vegetarier auf diesem Planeten. Seit Jahrtausenden werden in Indien die Ideale des Gewaltverzichts und des Respekts vor den Geschöpfen Gottes hochgehalten, womit auch eine vegetarische Ernährung einhergeht.

Hier zu Lande heißt es, dass die Hindus nur keinen Vitamin-B12-Mangel haben, da sie winzige Käfer und Insekten mitessen würden, die sich noch im indischen Getreide befinden.

Da unsere Getreidesorten aber mit Pestiziden gespritzt werden, können diese Insekten dort nicht ansiedeln und somit würden wir auch indirekt keine Vitamin B12 Träger, sprich Kleintiere mitessen.

Nun denn, dann schauen wir mal welche Alternativen zum Fleisch oder im Getreide lebenden Insekten es gibt.

Wenn man über eine wirklich intakte und gesunde Darmflora verfügen sollte – damit fühle ich mich nicht angesprochen, da ich Kaffee, Zucker und Weißmehlprodukte verdrücke – dann könnte man über Gärungsprodukte, wie z.B. Sauerkraut oder Bierhefe mit Hilfe der eigenen Darmflora-Bakterien Vitamin B12 selbst herstellen.

Ich verputze gerne veganes Sushi sowie Seealgensalat und mache zwei mal jährlich eine Algentablettenkur. Seetang und Algen enthalten Mikroorganismen, die wiederum mikroskopisch winzige Spuren von Vitamin B12 in sich tragen.

Wer kein veganes Sushi mag, kann auch eine Bierhefe-Kur machen.

Nach neusten Erkenntnissen entwickeln übrigens strickte Veganer, die auf Zucker, Kaffee und Weißmehl verzichten, die Fähigkeit zur eigenen Vitamin-B12-Produktion.

Das Vitamin B12 wird in der Leber gespeichert und bei permanentem Vitamin-B12-Mangel dauert es übrigens zwischen drei und sechs Jahre, bis sich die ersten Mangelerscheinungen abzeichnen.

Wie erinnern uns, wie viel Vitamin B12 wir in unserem ganzen Leben benötigen: So viel wie ein Getreidekorn.